Bilder wie gemalt

oder die Poesie der Wirklichkeit

 

Die Wirklichkeit wird nicht mit dem Intellekt allein erfasst. Scharf gestochene Bilder und eine Fülle von Details vermögen nicht die Gesamtheit dessen zu erfassen, was ist.

Gefühle, Stimmungen und Atmosphäre werden durch die Unschärfe vermittelt. So wie Maler das Sfumato oder die Verblauung nutzten um Stimmungen auszudrücken, so hat sich die Unschärfe oder das Bokeh in der Fotografie dafür durchgesetzt. Durch die geringe Auflösung und eine starke Vergrößerung des Motivs zeigen sich in ihm farbige Pixel, die das bloße Auge nicht wahrnehmen kann.

Bilder, verblichen wie eine Erinnerung, fließend wie ein Traum und unscharf wie eine Illusion. Mit einem Blick scheint alles greifbar und ist doch nicht zu fassen. Der Blick kann frei schweifen und wird nicht gelenkt.

Das unscharfe Bild darf schweigen oder in seiner eigenen, leisen Tonlage sprechen. Mit seiner Distanz und seiner Rätselhaftigkeit lädt es dazu ein sich der eigenen Phantasie zu bedienen um die Leerstellen zu füllen. Dafür wird es geliebt.